www.gruene-oh.de

Landesverband

Bundesverband

 
Adolf Bollmann
abfallpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion

Ausbau der Fernwärme in Neustadt - ein wirkungsvoller Beitrag zu einer gesunden Luft und zu einer kostengünstigen Energieversorgung

Der Verein „Bürger für ein besseres Müllkonzept in Ostholstein“ gibt vor, sich für eine gesunde Luft und für eine Stärkung des Tourismusstandortes Neustadt einzusetzen. Leider ist genau das Gegenteil ist  Fall.

Die Abgase einer Müllverbrennungsanlage führen dank der heute eingesetzten Filtertechnik zu einer kaum messbaren Erhöhung des Schadstoffgehaltes der Luft. Der Straßenverkehr und die vielen Feuerstätten, die die Privatwohnungen und Gewerbetriebe mit Energie versorgen, geben zusammen tausendfach mehr schädliche Gase und Feinstaub in die Luft als die Müllverbrennung. Wegen der stark gestiegenen Energiekosten sind viele Bürgerinnen und Bürger auch in Ostholstein dazu übergegangen, ihre Wohnungen wieder verstärkt mit Holz zu heizen, was zu einer weiteren Erhöhung des Feinstaubgehalts unserer Luft geführt hat.

Messbar und vor allem wirkungsvoll ließe sich der Schadstoffgehalt der Luft durch den Ausbau des Fernwärmenetzes in Neustadt verringern. Wenn möglichst viele Gebäude von der Prozesswärme der Müllverbrennungsanlage beheizt werden, könnten viele Feuerstätten geschlossen oder – in Neubaugebieten – auf den Bau weiterer Heizungsanlagen verzichtet werden. Damit könnte das Mehr an Schadstoffen, die ein zweiter Müllofen in Neustadt ausstößt, mehr als hundertfach eingespart werden.

Schon seit dem Neubau der Müllverbrennung im Jahre 1984 wird die bei der Verbrennung entstehende Energie zur Produktion von Strom und von Fernwärme genutzt. Gleichermaßen soll auch der neue Müllofen zur Energieerzeugung genutzt werden. Optimal für den Wirkungsgrad wäre es, wenn die bei der Verbrennung entstehende Energie nicht nur in Strom umgewandelt wird sondern möglichst viel auch als Fernwärme genutzt werden könnte. Das erweitere MHKW könnte den Energiebedarf von 8.000 bis 9.000 Haushalten abdecken.

Zurzeit werden – neben den ZVO selbst – nur 3 größere Unternehmen von dem Neustädter MHKW mit Fernwärme versorgt: das Psychatrium, die Bundeswehr und die Bundespolizei. Eine Ausweitung des Fernwärmenetzes ist nur mit Zustimmung der Neustädter Stadtwerke – besser noch als Gemeinschaftsprojekt von ZVO und Stadtwerken zu realisieren.  Wegen des massiven Widerstandes in der Stadt sind derzeit Gespräche zwischen dem ZVO und den Stadtwerken über eine Zusammenarbeit nicht möglich.

Eine solche Zusammenarbeit würde nicht nur der Umwelt entlasten, sondern auch dem Geldbeutel der Neustädter Bürger: Die im MHKW entstehende Wärme ließe sich sehr viel  kostengünstiger an die Verbraucher abgeben als z.B. das heute überwiegend verwendete Erdgas. Die aus unserer Sicht völlig ungerechtfertigte Arbeit der Bürgerinitiative verhindert sogar den Abschluss eines Stromliefervertrages zwischen dem ZVO und Neustadt. Mit einem solchen Vertrag könnten die bislang fälligen Durchleitungsgebühren, die Neustadt an den Netzbetreiber e.on -Netz bezahlen muss, eingespart werden d.h. auch der Strom könnte in Neustadt billiger und vor allem auf Dauer preisstabil angeboten werden.

Eine Verbesserung der Luftqualität und eine kostengünstige preisstabile Energie können auch bei der Vermarktung des Tourismusstandortes Neustadt sinnvoll genutzt werden.  Es spricht also aus unserer Sicht alles dafür, dass sich die Stadt Neustadt mit dem ZVO arrangiert und sich der Vorteile bedient, die sich für die Stadt aus dem Bau einer zweiten Verbrennungsstraße ableiten lassen.